SOS Tutorial 085 Absynth - Soundscapes aus Vocal Samples

Ziel

In diesem Tutorial wollen wir durch Granularsynthese und Native Instruments Absynth Vocal-Samples in sphärische Pads und Soundscapes verwandeln. Wer mehr über die Funktionsweise, Grundprinzipien und Klanglichkeiten von Absynths Granularsynthesemodul erfahren möchte, sollte einen Blick in SOS Tutorial 044 werfen, in dem wir die Basics dieser Art der Klangerzeugung erklären.

1. Ausgangsmaterial bereitstellen

Die Wahl der Quellsamples ist für den Klangcharakter der Soundscapes entscheidend. Da mit Granularsynthese das Klangmaterial bis zur Unkenntlichkeit verfremdet werden kann – insbesondere in Verbindung mit Pitch-Shifting – ist es nicht immer ganz einfach vorab zu sagen, welche Samples sich am besten eignen. Wie so häufig lautet das Motto: Ausprobieren!

Prinzipiell eignen sich sowohl weibliche als auch männliche Vocals, lang ausgehaltene Töne, Atemgeräusche, Schreie, Rülpser etc. Da wir mit Granularsynthese das Sample später künstlich in die Länge ziehen werden („Time-Stretching“), spielt die Dauer der Quellsamples keine große Rolle. Für unsere Klangbespiele haben wir nur wenige Sekunden lange Vocal-Schnipsel aus kommerziellen Sound Libraries verwendet. Natürlich können aber auch eigene Vocal-Aufnahmen verwenden werden.

2. Neuer Patch erstellen

Wir erstellen in der DAW unserer Wahl eine neue Instrumentenspur und wählen Absynth als Plug-in aus. Alternativ kann auch die Stand-Alone-Version von Absynth verwendet werden. Unter „File“ -> „New Sound“ erstellen wir einen neuen Patch.

3. Granularsynthese und Sample auswählen

Wir begeben uns zum Menüpunkt „Patch“ und aktivieren durch einen Mausklick auf die zunächst noch inaktive Fläche Oszillator A (1).

Als Mittel der Klangerzeugung wählen wir „Granular“ aus (2).

Anschließend wählen durch einen Mausklick auf das darunter liegende Feld, wo zunächst noch „none“ steht, ein Sample aus. Handelt es sich dabei um eine Stereo-Audiodatei, sollte nach Auswahl des Samples „Stereo“ im Modul ausgewählt werden (3).

Sofern unser MIDI-Keyboard korrekt angeschlossen ist, sollten wir das Sample jetzt abspielen können. MIDI-C3 entspricht dabei der originalen Tonhöhe des Quellsamples.

4. Grain-Parameter verändern

Wir begeben uns zum Menüpunkt „Mod“ (1). Hier haben wir Zugriff auf die Parametereinstellungen des Granular-Moduls.

Wir reduzieren die Abspielgeschwindigkeit des Samples, indem wir „Time%“ auf einen Wert zwischen 0 und 20 bringen. Durch die technischen Eigenschaften von Granularsynthese bleibt dabei die Tonhöhe erhalten. Das Sample wird also bei gleicher Tonhöhe extrem verlangsamt und sozusagen in Zeitlupe abgespielt. Bei 0% wird das Sample „eingefroren“ (2).

Die „Density“ – die Dichte der Grains – erhöhen wir auf den Wert 8 (3).

Um einen sehr weiten und flächigen Klang zu bekommen, erhöhen wir die „Size“ auf den Wert 1000 (4).

Für „R Time“ tragen wir den Wert 100 ein (5).

5. Effekt-Settings definieren

Wir begeben uns in das Effects-Menü von Absynth (1)

Indem wir auf die zunächst noch inaktive Schrift „Effect“ klicken, aktivieren wir einen Effekt (2).

Als Effektart wählen wir „Resonators“ (3).

Sowohl den Dry- als auch den Wet-Regler bringen wir auf -6dB (4).

Wir übernehmen nun auch die restlichen Effekt-Settings für „Size“, „Feedback“, „Tone“, „Predelay“, „Diffusion“ und aktivieren alle drei der zur Verfügung stehenden Resonatoren (5).

6. Envelope-Settings

Um den Ein- und Ausschwingvorgang des Pad-Sounds etwas weicher zu gestalten, begeben wir und zum Envelope-Menü (1).

Mit gedrückter Maustaste können wir die Eckpunkte, die die Volume-Hüllkurve von Oszillator A definieren, nach belieben verschieben. Wir bringen die Attack- und Release-Dauer auf einen ähnlichen Wert wie in der Abbildung (2).

7. Variationen erzeugen

Verschiedene Versionen unserer Soundscapes wie in unserem Klangbeispiel lassen sich einfach durch einen Austausch des Ausgangssamples erstellen oder indem wir den Startpunkt des Samples verändern.

Wir begeben uns dazu zurück zum Patch-Menü (1).

Anschließend verschieben wir den Startpunkt des ausgewählten Samples so lange, bis wir eine interessante Stelle gefunden haben (2).

Auch eine Veränderung der Tonhöhe kann zu weiteren interessanten Varianten führen. Für den ersten Teil unseres Klangbeispiels haben wir das Sample sogar um -24 Halbtonschritte nach unten transponiert, um einen sehr tiefen, abstrakten Klang zu erzeugen (3).

Copyright 2015 – www.schoolofsound.ch

13/07/2016

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