SOS Tutorial 193 DAWs - Editionen, Demos und Lizenzen

Ziel

Die meisten Digital Audio Workstations, kurz DAWs, werden in verschiedenen Versionen angeboten, die sich hinsichtlich Preis und Funktionsumfang unterscheiden. Unterschiede bestehen auch bei den Lizenzen, die abhängig vom Produkt digital, auf Festplatte oder USB-Dongle überliefert werden. In diesem Artikel wollen wir einen Überblick über die wichtigsten DAWs geben und euch zeigen, was ihr beim Erstkauf oder Umstieg beachten müsst.

1. Steinberg Cubase

Steinberg Cubase ist als Download oder Box mit optionalen Installations-DVDs beim Hersteller oder im Fachhandel (z.B. Thomann) erhältlich.

Es werden drei verschiedene Versionen angeboten:

– Cubase Pro

– Cubase Elements

– Cubase Artist

Cubase Pro ist die umfangreichste Edition und richtet sich laut Hersteller an professionelle Produzenten, Toningenieure und Komponisten. Hier stehen die meisten Audio-, MIDI-Spuren, Instrument Slots und physikalischen Ein- und Ausgänge zur Verfügung. Weitere Features, die nur dieser Version vorbehalten werden, sind Wave Meters, VCA Fader und Multitrack Edition Funktionen. Cubase Pro enthält über 90 High-End Audio- und MIDI-Effekte und ein Set aus 8 Instrumenten mit über 3.000 Sounds.

Cubase Artist soll sich ideal für Profi-Musiker, Projektstudios und Bands eignen. Der Funktionsumfang ist beschränkt auf 32 Instrumentenspuren, 32 VST Instrument Slots und 32 physikalische Ein- und Ausgänge. Die Suite ist mit über 70 Audio- und MIDI-Effekten sowie 8 Instrumenten mit über 2.600 Sounds ausgestattet.

Cubase Elements ist die kostengünstigste, aber auch eingeschränkteste der drei Versionen. Sie richtet sich laut Hersteller an Home Recordler, Bands, Sänger/Songwriter und kreative Musiker. Bei dieser Version stehen nur 24 Instrumentenspuren, 16 VST Instrument Slots und 24 physikalische Ein- und Ausgänge zur Verfügung. Viele wichtige Features sind bei dieser Edition nicht vorhanden – beispielsweise Sidechain Inputs und Pitch-Shifting bzw. Time-Stretching sind nur bei der Wiedergabe in Echtzeit anwendbar. Es stehen 40 Audio-Effekte und 3 Instrumente zur Verfügung.

Steinberg bietet eine kostenlose Demo für 30 Tage ohne Funktionseinschränkungen für Cubase Pro und Cubase Elements an.

Für die Software ist ein zusätzlicher USB-Dongle optional erhältlich, auf dem die Lizenz gespeichert ist. Damit kann Cubase auf jedem geeigneten Rechner betrieben werden, auf dem die Software installiert ist. Lizenzen, die sich lokal auf der Festplatte in einem Soft-eLicenser befinden, sind an den Rechner gebunden.

2. Apple Logic Pro

Nach der Übernahme vom ehemaligen Hersteller Emagic durch Apple wurde die Weiterentwicklung der Software für Windows eingestellt. Seitdem ist Logic ausschließlich für den Mac erhältlich. Käuflich erwerben kann man Logic Pro nur als Download im Mac App-Store. Logic Pro wird mit einer umfangreichen Sammlung von Instrumenten, Effekten und Loops ausgeliefert und stellt damit ein komplettes Toolkit für Audioproduktionen bereit.

Da die Lizenz an die Apple-ID gebunden ist, ist der Betrieb an mehreren Rechnern theoretisch unbegrenzt. Eine parallele Nutzung ist jedoch nicht möglich.

Eine Testversion wird von Apple für Logic Pro nicht angeboten.

3. Ableton Live

Live ist entweder als Download oder als Software-Box direkt bei Ableton oder im Fachhandel erhältlich.

Die Software gibt es in drei Ausführungen:

– Live Intro

– Live Standard

– Live Suite

Die Editionen haben einige Funktionen gemeinsam, doch Standard und Suite liefern viele zusätzliche Möglichkeiten, Instrumente, Packs und Effekte.

Live Intro ist die billigste Variante, hat aber hinsichtlich Features und Content einige Einschränkungen. Immerhin sind in dieser Version über 5GB mit über 1.500 Sounds, 4 Software Instrumente, 21 Audio-Effekte und 8 MIDI-Effkte enthalten. Die Anzahl von Audio- und MIDI-Spuren sind beschränkt auf 16, Send- und Return-Spuren auf 2 und Audio-Ein- bzw. Ausgänge auf jeweils 4.

Live Standard verfügt über den vollen Funktionsumfang und ist mit über 10GB an Sounds, 5 Software-Instrumenten, 34 Audio-Effekten und 8 MIDI-Effekten ausgestattet. Wie auch bei der Suite-Edition sind die Anzahl an Audio-, MIDI-, Send- und Return-Spuren unbegrenzt. Es stehen bis zu 256 Audio-Ein- und Ausgänge zur Verfügung.

Live Suite ist das Flaggschiff unter den drei Versionen. Im Lieferumfang sind über 70GB mit über 5.000 Sounds enhalten. Es stehen 13 Software-Instrumente, 41 Audio-Effekte und 15 MIDI-Effekte bereit. Die Software-Erweiterung Max for Live ist in der Live Suite standardmäßig integriert.

Der Ableton-Server stellt zwei Autorisierungen zur Verfügung, gestattet jedoch keine parallele Nutzung der Software. Um Live auf mehr als einem Rechner gleichzeitig zu betreiben, wird eine Zweit-Lizenz oder eine Site-Lizenz benötigt, die zu besonderen Konditionen angeboten werden.

Ableton bietet eine kostenlose Demo für Live 10 Suite an, die 30 Tage gültig ist und den vollen Funktionsumfang enthält.

4. Image-Line FL-Studio

Wie Ableton Live ist auch FL-Studio entweder als Download oder als Software-Box erhältlich. Die Software kann direkt beim Hersteller Image-Line oder im Fachhandel erworben werden.

Angeboten wird FL-Studio in vier Varianten:

– FL Fruity

– FL Producer

– FL Signature

– All Plug-ins Bundle

Im Vergleich zu Cubase und Live liegen die Unterschiede der verschiedenen Versionen in erster Linie im Umfang des Contents. Limitierungen hinsichtlich Spuren und Bearbeitungsmöglichkeiten bestehen kaum.

FL Fruity eignet sich laut Hersteller für einfaches Erstellen von Melodien und Loops. Mit dieser Version ist es nicht möglich, Audio direkt in der Software mit Hilfe eines Mikrofons aufzunehmen. Auch Drag&Drop von Samples unmittelbar auf die Playlist wird im Vergleich zu den höheren Versionen nicht erlaubt.

FL Producer kann da schon mehr: Neben der Möglichkeit zum Mic-Recording enthält diese Version auch das Audio-Editing- und Recording-Tool Edison sowie einen Audio Clip Generator.

Fl Signature verfügt außerdem über den Pitch und Time Editor NewTone: Mit dem Tool können Samples zerschnitten, korrigiert oder manipuliert werden. Auch der additive Soft-Synth Harmless ist erst ab dieser Edition erhältlich.

Das All Plug-ins Bundle ist das Flaggschiff unter den FL-Versionen. Es enthält alle Bearbeitungsmöglichkeiten, Instrumente und Effekte. So sind das Percussion Modelling Instrument Drumaxx  oder der Vintage Modelling Synthesizer Sawer ausschließlich dieser Edition vorbehalten.

Mehrere Installationen von FL-Studio sind möglich, sofern man der einzige Nutzer ist und die Software nicht parallel betreibt. Ausnahme bilden Firmen oder Schulen, die hierfür eine Multilizenz erwerben müssen.

Image-Line bietet eineTestversion mit begrenzten Speicher-/Lade-Funktionen und eingeschränktem Arbeiten mit Plug-ins an.

5. NI Komplete

Native Instrumente Komplete ist keine DAW, jedoch haben wir uns aufgrund der Popularität entschlossen, auch diese Software in den Artikel aufzunehmen.

NI Komplete ist als Box mit USB-Festplatte erhältlich, wobei einzelne Plug-ins auch als Download erworben werden können.

Komplete gibt es in drei Ausführungen:

– Komplete 11 Select

– Komplete 11

– Komplete 11 Ultimate

Komplete 11 Select enthält über 25GB an Content mit über 2.500 Sounds und 11 Produkten. Der mächtige NI Sampler Kontakt ist bei dieser Version nur als Kontakt Player mit begrenztem Funktionsumfang integriert. Käufer müssen bei dieser Edition außerdem auf beliebte Soft-Synths wie Absynth 5, FM8 oder die Percussion-Software Studio Drummer verzichten. Komplete 11 Select ist in allen Neukäufen von Komplete Kontrol S-Series-Keyboards oder Maschine-Hardware enthalten.

Komplete 11 enthält 45 Produkte mit 155GB und über 13.000 Sounds an Content. Neben der Vollversion von Kontakt 5, zusätzlichen Soft-Synths und gesampelten Instrumenten, stehen viele weitere Effekte zur Verfügung. Dazu zählen beispielsweise Supercharger, Transient Master und Driver.

Komplete 11 Ultimate kommt mit über 500GB an Content, 18.000 Sounds und 87 Produkten im Gepäck. Die Synthesizer Razor, Skanner XT sowie die Instrumente Alicia´s Keys und viele der Versionen der Abbey Road Drummer Serie sind nur der Ultimate-Edition vorbehalten.

Die Endkunden-Lizenzvereinbarung (EULA) erlaubt die gleichzeitige Installation auf zwei Computern (auf drei Computern für alle Versionen von Maschine und Komplete), solange zu einer beliebigen Zeit lediglich eine Installation verwendet wird.

Native Instruments bietet keine Testversion für Komplete an, aber für nahezu alle individuelle Plug-ins, die in den Bundles enthalten sind. Oft sind die Demos begrenzt auf 30 Minuten und/oder haben Einschränkungen hinsichtlich Funktionsumfang.

Natürlich konnten wir nicht alle DAWs in diesem Artikel behandeln und haben uns auf die populärsten beschränkt. Weitere DAWs, die es sich lohnt beim Erstkauf oder Umstieg ins Auge zu fassen, sind: Adobe Audition, GarageBand, Pro Tools und Propellerhead Reason.

Copyright 2018 – www.schoolofsound.ch/old

29/04/2018

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