SOS Tutorial 234 Ableton Live - Analoge Distortion Tools

Ziel

Ableton Live verfügt über sieben Distortion-Effekte („Verzerrer“), mit denen Klänge auf unterschiedlichste Weise verfremdet werden können: Amp, Dynamic Tube, Erosion, Overdrive, Redux, Saturator und Vinyl Distortion. Diese Module lassen sich grob in zwei Kategorien unterteilen: analoge und digitale Verzerrer.

In diesem Tutorial wollen wir euch einen Überblick über die analogen Distortion-Tools von Ableton Live geben: Amp, Dynamic Tube, Overdrive und Vinyl Distortion. Die digitalen Verzerrer werden wir im nächsten SOS Tutorial behandeln.

1. Einführung

Digital Clipping, Tube Distortion, Tape Saturation, Waveshaping: Dies sind nur ein paar Beispiele für unterschiedliche Arten von Verzerrungen, auf die wir bei aktuellen Musikproduktionen stoßen. Distortion- oder Verzerrer-Werkzeuge freuen sich im Studio einer größeren Beliebtheit denn je. Und das nicht ohne Grund: Modernes Producing findet heutzutage zum größten Teil auf rein digitaler Ebene statt. Mikrofone oder Verstärker wurden in den letzten Jahrzehnten immer rauscharmer, Equalizer immer präziser und Werkzeuge zum „Cleaning“ von Aufnahmen immer effektiver. Zunehmend saubere und hochauflösende Produktionen sind die Folge.

Distortion-Werkzeuge sind eine Möglichkeit, sich diesen verloren gegangenen „Schmutz“ zurück zu holen. Positiv ausgedrückt: Nostalgie. Ein gutes Beispiel ist das Knistern und Rauschen von Vinyl-Schallplatten. Was einst als negativer Effekt analoger Audioperipherie angesehen wurde, wird heutzutage insbesondere im Hip-Hop bewusst eingesetzt, um Produktionen durch eben jenen Nostalgie-Effekt zu verfeinern. Besonders beliebt sind die verschiedenen Typen von Distortion in den Genres Drum&Bass, Dubstep und Industrial, speziell was die Basslines anbelangt. Ein Beispiel für eine elektronische Musikproduktion, die extrem von Verzerrung Gebrauch macht, ist „Mountain Divide“ des Irischen Duos Lakker.

Im Folgenden wollen wir euch einen kurzen Überblick der analogen Distortion-Tools in Ableton Live geben. „Richtige“ analoge Verzerrer existieren natürlich nur auf Hardware-Ebene. Gemeint sind hierbei Distortion-Effekte, die analoge Hardware-Geräte emulieren.

2. Amp

Das Amp-Modul emuliert durch Physical-Modelling den Klangcharakter von sieben klassischen Gitarren-Verstärkern: Clean, Boost, Blues, Rock, Lead, Heavy und Bass. Die Regler sind – im Gegensatz zu den realen Vorbildern – für alle Modelle identisch, was die Bedienung von Amp sehr intuitiv und einfach macht.

Typischerweise wird ein Amp in Verbindung mit Gitarren verwendet. Du solltest jedoch nicht davor zurückscheuen, auch andere Klänge mit Amp zu bearbeiten, z.B. Drums, Synth-Sounds oder gar Vocals. Besonders gut harmoniert Amp mit einem zweiten Effekt namens „Cabinet“. Solltest du auf der Suche nach einem sehr authentischen, analogen Distortion-Sound sein, kannst du Cabinet in der Gerätekette nach dem Amp-Modul einsetzen.

3. Dynamic Tube

Dynamic Tube ist ein Effekt, der die Eigenschaften von Röhren-Sättigung emuliert. Unter der Haube von Dynamic Tube steckt ein Envelope Follower, der vom Pegel des Input-Signals abhängige, dynamische Klangveränderungen erzeugt.

Es stehen drei Röhrenmodelle zur Verfügung, die verschiedene Verzerrertypen und Klangeigenschaften von Hardware-Verstärker-Röhren nachbilden: Tube A erzeugt keine Verzerrungen, wenn der Bias-Regler niedrig eingestellt ist. Ab einem bestimmten Schwellwert entstehen helle, warm klingende Obertöne. Tube C emuliert einen klassischen Röhrenverstärker, der unabhängig vom Bias-Wert ständig Verzerrungen erzeugt. Tube B bietet Möglichkeiten zur Klangverfremdung, die zwischen den Extremen von Tube A und C liegen.

4. Overdrive

Mit Overdrive können Verzerrungen erzeugt werden, die sich an den klassischen Effektpedalen von Gitarristen orientieren. Im Unterschied zu den meisten Distortion-Tools können mit Overdrive sehr extreme Settings verwendet werden, ohne die Dynamik des Signals in Kauf nehmen zu müssen.

5. Vinyl Distortion

Vinyl Distortion emuliert die typischen Artefakte und Verzerrungen, die beim Abspielen von Vinyl-Schallplatten entstehen. Dazu zählen Knistern, Klicks, Rauschen und Brummen.

Ein weiteres, kostenloses Plug-in, mit dem Vinyl-Effekte und Lo-Fi-Klänge erzeugt werden können, ist „Vinyl“ von iZotope. Ein ausführliches Tutorial hierzu findest zu hier.

Empfehlenswert ist außerdem der Artikel „What Is Distortion in Music? When and How to Use It“, der von iZotope im letzten Jahr veröffentlicht wurde.

Mehr Informationen zu den verschiedenen Distortion-Tools von Ableton Live und ihren Parametern findest du hier.

Copyright 2019 – www.schoolofsound.ch

20/10/2019

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