SOS Tutorial 005 Logic - Sidechain Ducking mit Multiband Compression

Ziel

Aus den Sparten House und Techno ist der gute alte Trick des Bassdrum-Sidechain-Duckings nicht mehr weg zu denken und schon längst kein Geheimnis mehr. Der charakteristische Pump-Effekt, bei dem die Kickdrum alle anderen Sounds regelrecht «aufsaugt» und dadurch besser zur Geltung kommt, lässt sich beispielsweise bei vielen Releases des Techno-Duos Pan-Pot gut nachvollziehen. Vereinfach gesagt wird dabei die Kickdrum über einen Bus in den Sidechain-Eingang eines Kompressors gesendet, der das Ducking, also das schnelle aus- und einfaden bestimmter Elemente eines Tracks, übernimmt. Typische Beispiele dieser Elemente sind Hihats, Pads oder Basslines. In diesem Tutorial wollen wir diesen Trick erweitern, indem wir einen Multibandkompressor anstelle eines normalen Kompressors verwenden.

1. Spuren erstellen

Sidechain-Ducking involviert normalerweise zwei Spuren bzw. zwei Audiosignale: Ein Signal, welches das Ducking steuert – in der Regel die Bassdrum – und ein zweites Signal, auf das sich das Ducking auswirkt. Letzteres kann prinzipiell jedes beliebige Signal sein, dass sich zeitgleich zum Input-Signal abspielt. Sinnvoll sind länger andauernde Sounds wie in unserem Beispiel eine Klangfläche oder ein Pad-Sound.

Einen Multiband-Kompressor zu verwenden macht natürlich nur Sinn, wenn der zu bearbeitende Klang über ein recht breites Frequenzspekturm verfügt, da andernfalls auch ein normaler Kompressor genügen würde. Als DAW benutzen wir Logic Pro, doch sollte sich jede beliebige DAW ebenso gut für dieses Verfahren eignen.

2. Send, Bus und Aux-Kanal definieren

In der Input-/Output-Sektion unserer DAW senden wir die Bassdrum über einen Bus an einen Aux-Kanal (1). Der Aux-Kanal sollte jedoch keinen Output haben, da sich ansonsten das Bassdrum-Signal verdoppeln und entsprechend lauter klingen würde (2).

3. Multiband-Kompressor auswählen und Sidechain zuweisen

Als nächstes wählen wir den Audio- oder MIDI-Kanal aus, auf den sich das Sidechain-Ducking auswirken soll. Wir benötigen einen Multiband-Kompressor, der in den meisten DAWs bereits integriert ist. In unserem Tutorial benutzen wir den Pro-MB von Fabfilter, der sich hierzu bestens eignet.

Entscheidend ist, dass wir unsere Bassdrum dem Sidechain-Kanal des Kompressors zuweisen. Oftmals etwas versteckt ist im GUI des Kompressors eine Sidechain-Funktion, über die sich ein Bus auswählen lässt. In unserem Fall wählen wir Bus 1.

4. Parameter einstellen

Nachdem wir einen Kompressor als Plug-in ausgewählt haben, müssen wir nun dessen Parameter justieren. Damit der charakteristische Pump-Effekt auch deutlich zu hören ist, sollte der Threshold möglichst tief angesetzt werden. In unserem Beispiel sind dies -50dB (1). Auch die Attack- bzw. Release-Zeit sollte möglichst kurz gehalten werden, damit der Effekt unmittelbar und rhythmisch zum Einsetzen der Bassdrum in Kraft tritt (2). Das beste Ergebnis erzielt man in aller Regel, wenn man schlichtweg beide Spuren in einem Loop laufen lässt und gleichzeitig an den Parametereinsellungen so lange herumschraubt, bis man mit dem klanglichen Ergebnis zufrieden ist. Mit einem Umfang von knapp vier Oktaven haben wir das Frequenzband relativ breit gehalten, damit der Effekt auch klar zu hören ist (3).

Im Unterschied zu einem herkömmlichen Kompressor wirkt sich bei einem Multiband-Kompressor das Sidechain-Ducking nicht auf das komplette Signal aus, sondern nur auf ein bestimmtes Frequenzband. Setzt man die Frequenz des Bandes weit unten im Frequenzspektrum an, werden entsprechend nur die Bässe geduckt. Je weiter man das Frequenzband nun nach oben rückt, desto mehr höhere Frequenzanteile werden von der Bassdrum «geschluckt», während die tieferen Frequenzanteile zunehmen (4). In unserem Klangbeispiel haben wir mit einer Automation zur Demonstration das Band von links nach rechts bzw. von 100Hz nach 10000Hz wandern lassen. Auf diese Weise kann wesentlich mehr Bewegung und Abwechslung mit dem Sidechain-Ducking erzielt werden, als es mit einem herkömmlichen Kompressor möglich wäre. Tatsächlich ist die verwendete Klangfläche in dem Hörbeispiel statisch; Die Modulation erfolgt lediglich durch die Automation des Frequenzbandes. Alternativ kann man dem Frequenzband aber auch nur eine feste Stelle im Frequenzspektrum zuweisen, so dass immer nur ein bestimmter Frequenzbereich, beispielsweise zwischen 100 und 1000Hz geduckt wird.

Copyright 2015 – www.schoolofsound.ch

24/09/2015

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