SOS Tutorial 164 - Multiband Compression Basics mit FabFilter Pro-MB - School Of Sound

SOS Tutorial 164 – Multiband Compression Basics mit FabFilter Pro-MB

Ziel

Audiokomprimierung ist eine der gängigsten und gleichzeitig am schwersten zu beherrschenden Bearbeitungsmethoden bei Musikproduktionen. Vereinfacht gesagt werden durch einen Kompressor die lautesten Anteile eines Signals reduziert und anschließend der Gesamtklang vom Pegel her angehoben. Ein Multiband-Kompressor geht noch einen Schritt weiter: Die Komprimierung kann gezielt nur auf bestimmte Frequenzbänder angewendet werden.

In diesem Tutorial wollen wir euch eine Einführung in Multiband Compression anhand von FabFilters populärem Plug-in Pro-MB geben. Wir stellen euch die wichtigsten Parameter vor und zeigen euch, wann die Anwendung dieses Tools Sinn macht.

1. Multiband Compressor auswählen

Natürlich muss für Multiband Compression nicht zwingend das Pro-MB-Tool von FabFilter verwendet werden. Der Grund, weshalb wir uns in diesem Tutorial für dieses Plug-in entschieden haben, liegt primär in der klaren Darstellung der Frequenzbänder und der Klangbearbeitung. Pro-MB verfügt über einen integrierten Analyzer, der die Bearbeitungsprozesse auch optisch gut übermitteln kann. Weitere Informationen zum Pro-MB sind auf der Homepage von FabFilter verfügbar: www.fabfilter.com

Ableton-Live-User können alternativ auch das integrierte Modul “Multiband Dynamics” verwenden. Benutzer von Logic Pro X können hingegen vom “Multipressor” Gebrauch machen.

2. Frequenzbänder

Um Unterschied zu einem herkömmlichen Kompressor müssen bei einem Multiband-Kompressor zunächst ein oder mehrere Frequenzbänder bestimmt werden. Nur innerhalb dieser Bänder erfolgt eine Komprimierung des Klanges!

Ein typisches Anwendungsbeispiel eines Multiband-Kompressors ist auf der Masterspur oder dem Summenkanal von Drums – bei Signalen also, die über ein breites Frequenzspektrum verfügen. Bei weniger komplexen Signalen wie einer einzelnen Bassdrum oder Vocal-Spur reicht hingegen ein konventioneller Kompressor normalerweise aus.

In unserem Beispiel wollen den Pro-MB zum Mastering eines Techno-Tracks anwenden. Um die Peaks im Bereich von 150Hz und die Höhen ein wenig zu reduzieren, haben wir durch einen Doppelklick zwei Bänder ausgewählt (1).

Die Begrenzungen der beiden Bänder können verschoben und individuell angepasst werden (2).

3. Compression Settings

Pro Band sind die Parameter identisch zu jenen eines herkömmlichen Kompressors:

Mit “Threshold”, “Range” und “Ratio” kann die Stärke der Komprimierung pro Band festgelegt werden (1).

“Attack” und “Release” regulieren das Timing des Kompressors. Insbesondere bei akustischen Drums sollte die Attack-Dauer nicht zu kurz gewählt werden, da ansonsten die Transienten abgehackt werden und die Drums leblos klingen können. Bei zu langen Werten reagiert der Kompressor in dem ausgewählten Band wiederum zu träge. Den besten Kompromiss findet man durch Ausprobieren und Gegenhören heraus (2).

Durch den Output- oder Make-up-Regler kann die durch die Komprimierung resultierende Pegelreduktion kompensiert werden (3).

Die vorgenommenen Veränderungen durch den Kompressor können mit dem ursprünglichen Klangeindruck verglichen werden, indem das Plug-in auf Bypass geschaltet wird (4).

Es können auch die einzelnen Bänder deaktiviert werden (5).

4. Kreative Anwendungen

Interessante Resultate können erzielt werden, wenn der Multiband Compressor auf ein einzelnes Instrument angewendet wird, z.B. auf eine akustische Snare. Mit extremen Settings können bestimmte Frequenzanteile betont oder geschwächt und dadurch der Klangcharakter drastisch verändert werden.

Weitere interessante Ergebnisse können durch die Kombination von Multiband Compression und Sidechain Ducking entstehen, indem ein breitbandiges Signal (z.b. ein Pad-Sound) von einem impulsartigen Sound (z.B. einer Kickdrum) in rhythmischen Abständen reduziert wird. Der charakteristische Pump-Effekt, wie man ihn aus zahlreichen House- und Techno-Produktionen kennt, kann mit Hilfe eines Multiband-Kompressors nur in einem bestimmten Frequenzbereich erfolgen. Hierzu muss das Input-Signal zum Sidechain-Eingang von Pro-MB gesendet werden, der sich in der oberen, linken Ecke befindet. Eine detaillierte Beschreibung dieser Technik findet sich in SOS Tutorial 005.

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08/10/2017

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