SOS Tutorial 225 - LFO Basics

Ziel

Neben der Hüllkurve zählt der LFO zu den wichtigsten Werkzeugen zur Klangmodulation. In diesem Tutorial wollen wir euch eine Einführung zum Thema LFO geben und euch die wichtigsten Parameter anhand von Native Instruments Massive vorstellen.

1. Einführung

LFOs findet man in Effektgeräten, in vielen elektronischen Musikinstrumenten und in so gut wie jedem Synthesizer. Die Abkürzung LFO steht für Low Frequency Oscillator, was in etwa „niederfrequenter Oszillator“ bedeutet.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Oszillatoren wird ein LFO im Normalfall nicht zur Klangerzeugung, sondern zur Klangmodulation verwendet. Mit ihm können Parameter wie Tonhöhe, Lautstärke oder Cutoff-Frequenz angesteuert und verformt werden. Während Hüllkurven für einen einmaligen Modulationsverlauf verwendet werden, wiederholen sich die Klangveränderungen mit einem LFO in einem bestimmten Zyklus. Statische, ausgehaltene Klänge können durch den Einsatz eines LFOs bewegter und lebendiger wirken; der Sound kann schimmern, atmen oder pulsieren. Ein typisches Anwendungsbeispiel von LFOs sind die charakteristischen Wobble-Bässe im Dubstep.

Die wichtigsten Bedienelemente eines LFOs wollen wir euch im Folgenden anhand von Native Instruments Massive verdeutlichen.

2. Modulationsquelle

Wenn du einen LFO verwenden möchtest, solltest du dir zunächst überlegen, welchen Klangparameter du modulieren möchtest. Typische Anwendungen sind Pitch, Volume oder die Grenzfrequenz eines Filters. Je nach Modulationsquelle kannst du folgende Modulationsarten erzielen:

– Tremolo: Modulation der Lautstärke

– Vibrato: Modulation der Tonhöhe

– Auto-Filter: Modulation der Cutoff-Frequenz eines Filters

– Auto-Pan: Modulation des Panoramareglers

In unserem Beispiel verwenden wir einen LFO, um die Tonhöhe (1) und die Lautstärke (2) unseres Hauptoszillators anzusteuern.

3. Wellenform

Mit der Wellenform definierst du die Kurvenform der Schwingung, d.h. die Art der Modulation. Die meisten Synthesizer verfügen über klassische Wellenformen wie Dreieck, Sinus, Rechteck oder Sägezahn. Gelegentlich findet man auch Einstellungen wie „Random“ oder „Sample&Hold“.

4. Modulationsfrequenz

Mit der Modulationsfrequenz legst du die Frequenz des LFOs fest, d.h. die Geschwindigkeit der Modulation. Technisch bestimmst du damit die Anzahl der Schwingungsdurchgänge in einem bestimmten Zeitfenster. Die Schwingungsperioden werden meistens pro Sekunde gemessen und die Modulationsfrequenz in Herz angegeben.

Die Frequenzen liegen bei LFOs in der Regel weit unter denen eines herkömmlichen Oszillators, in einem Bereich unterhalb des für Menschen hörbaren Frequenzbereichs. Je nach Gesundheitszustand und Alter der Person beginnt dieser bei etwa 20Hz. Es gibt aber auch Synthesizer, bei denen die LFOs in den hörbaren Bereich vordringen können, womit interessante Effekte erzielt werden können (z.B. FM-Synthese).

Der Regler für die Modulationsfrequenz heißt meistens „Rate“, „Speed“ oder „Frequency“. Bei vielen modernen Synthesizern lässt sich der LFO auch per MIDI-Clock zum Songtempo synchronisieren.

5. Modulationstiefe

Mit der Modulationstiefe bestimmst du die Intensität der Modulation. Dieser Parameter ist ähnlich zum Dry-/Wet-Regler wie du ihn von anderen Effektgeräten kennst: Je größer die Modulationstiefe ist, desto stärker ist die Klangmodulation.

6. Weitere Parameter

Die wichtigsten Bedienelemente von LFOs haben wir in den Schritten 2 bis 5 abgedeckt. Je nach Effektgerät oder Instrument sind in der LFO-Sektion weitere Einstellungsmöglichkeiten zu finden:

– Retrigger, Restart oder Key Sync: Oft ist es möglich, den LFO zum Tastenanschlag zu synchronisieren, sodass die Schwingung bei jeder neuen Note von vorne beginnt (1).

– Phase: Mit dem Phasenregler kannst du den Startpunkt der Wellenform des LFOs verschieben. Die Modulation beginnt dadurch an einem beliebigen Punkt in der Wellenform (2).

– Delay: Mit diesem Parameter kannst du den Einsatz des LFOs um einen bestimmten Zeitwert verzögern. Nachdem eine Note getriggert wird, dauert es dann einen Moment, bevor der LFO anfängt zu arbeiten (nicht vorhanden in Massive).

Ein weiteres SOS Tutorial zum Thema LFOs findet ihr hier: SOS Tutorial 098 Absynth – Kreativer Einsatz von LFOs. In diesem Tutorial geben wir euch eine Einführung in die LFO-Sektion von Native Instruments Absynth. Von einfachen Modulationen über Zufallssteuerungen bis hin zu verschachtelten LFOs, die sich gegenseitig beeinflussen, soll das Tutorial auch Anreiz zu komplexeren Anwendungen von LFOs geben.

Copyright 2019 – www.schoolofsound.ch

26/05/2019

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