SOS Tutorial 110 Kontakt - Polyphonie durch Multisampling

Ziel

Auch im 21. Jahrhundert gibt es eine Reihe neuer Synthesizer, die nur monophon spielbar sind – darunter z.B. Arturias MiniBrute oder die Phatty-Serie von Moog. Selbst im digitalen Bereich sind einige Soft-Synths nur monophon – z.B. Native Instruments Monark.

In diesem Tutorial wollen wir euch zeigen, wie man mit Hilfe des Kontakt-Samplers durch Multisampling Akkorde und polyphone Klangsequenzen mit monophonen Instrumenten erzeugen kann.

1. Multisamples bereitstellen

Zur Erstellung eines polyphonen Kontakt-Instruments benötigen wir zunächst geeignete Multisamples. Dabei handelt es sich um zahlreiche Einzelsamples, die in verschiedene musikalische Parameter (z.B. Dynamikstufen oder Artikulationsarten wie zupfen, streichen, blasen etc.) aufgeteilt sind. In diesem Tutorial fokussieren wir uns jedoch auf den Tonumfang als Parameter, der durch die Summe der Multisamples abgedeckt wird.

Multisamples können insbesondere für ältere, monophone Synthesizer zu geringen Preisen oder gar kostenlos im Internet gefunden werden. Die Sounds dieser Libraries sind häufig schon so editiert und benannt, dass sie ohne weitere Bearbeitung direkt in Kontakt importiert werden können. In der Regel repräsentiert ein einzelner Klang eine bestimmte Tonhöhe, z.B. C3, Cis3, D3 etc.

Für unser Beispiel haben wir jedoch die Multisamples selbst erstellt. Ziel ist es, einen bestimmten Patch des monophonen Soft-Synths Monark in ein polyphones Instrument umzuwandeln:

Zunächst haben wir in chromatischen Abständen MIDI-Noten über einen Tonumfang von mehreren Oktaven erzeugt. Die MIDI-Noten sollten, abgesehen von der Tonhöhe, alle identisch sein und über die gleiche Velocity und Länge verfügen. Außerdem sollte zwischen den Noten genügend Platz für den Ausschwingvorgang jeder Note vorhanden sein (1).

Die einzelnen Noten haben wir anschließend mit der in SOS Tutorial 108 vorgestellten Technik als separate Audiofiles gespeichert und umbenannt (2).

2. Samples in Kontakt importieren

Wir laden den Kontakt-Sampler und rufen über das Files-Menü auf der linken Seite den Ordner mit den Multisamples auf (1).

Wir markieren alle Samples und ziehen sie per Drag&Drop in den großen, schwarzen Bereich von Kontakt (2).

Alternativ kann der Ordner mit den Samples auch außerhalb von Kontakt aufgerufen und die Samples von dort aus importiert werden.

3. Samples anordnen

Über das Werkzeugsymbol rufen wir den Mapping-Editor auf (1).

Durch Verschieben der Regionen und Anpassung der Länge ordnen wir die Samples den entsprechenden Noten der virtuellen Tastatur zu. Sofern für jede Note ein Sample erstellt wurde, sollte jede Region auch nur einen Notenwert beanspruchen; die Regionen dürfen sich nicht überlagern (2).

Mit einem korrekt angeschlossenen MIDI-Keyboard können die gemappten Samples jetzt abgespielt werden. Unter Umständen muss der MIDI-Channel auf „omni“ gestellt werden (3).

4. Instrument speichern

Das erstellte Kontakt-Instrument können wir über „Files“ -> „Save multi as…“ speichern.

Der Kontakt-Patch kann nun zur Erzeugung von polyphonen Sequenzen des Monark-Patches verwendet werden, aus dem die Multisamples erstellt wurden. Für polyphone Versionen anderer Patches muss der Vorgang wiederholt werden.

Eine Anmerkung zur Sample-Dauer: Im Unterschied zum Soft-Synth-Patch kann die limitierte Sustain-Dauer beim Kontakt-Instrument zu Problemen führen. Um auch längere Noten spielen zu können, dürfen die Multisamples nicht zu kurz sein! Alternativ können unendlich lange Noten mit den Samples erzeugt werden, indem der Sustain-Anteil geloopt wird. Wer mehr hierzu erfahren will, sollte einen Blick in SOS Tutorial 012 werfen – „Kontakt – Samples und Abschnitte von Samples loopen“.

Copyright 2016 – www.schoolofsound.ch

09/10/2016

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