SOS Tutorial 256 - Mastering DJ-Mixes Part 01 - School Of Sound

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SOS Tutorial 256 - Mastering DJ-Mixes Part 01

← Zurück zu News Tutorial 14. März 2021

Ziel

In diesem zweiteiligen Tutorial wollen wir dir eine Reihe von Tipps zur Nachbearbeitung von DJ-Mixes vorstellen.

Im ersten Teil erklären wir dir, wozu du Mastering für DJ-Mixes brauchst, was es bei der Aufnahme zu berücksichtigen gibt, und worauf du beim Ausgleich von Lautstärke- und Frequenzunterschieden achten musst. Im zweiten Teil befassen wir uns mit den Themen Stereopanorama, Fades, Gesamtlautstärke und Export.

1. Wozu Mastering?

Im Vergleich zum Mastering einzelner Tracks ist das Mastering von DJ-Mixes im Normalfall eine weitaus weniger komplexe und weniger zeitaufwändige Angelegenheit. Das liegt daran, dass die Tracks, mit denen du auflegst, höchstwahrscheinlich bereits einen Mastering-Prozess durchlaufen haben. Wie viel Nachbearbeitung dein DJ-Mix benötigt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab:

Abhängig von den Antworten auf all diese Fragen kann das Mastering eines DJ-Mixes mehr oder weniger extrem ausfallen. Musikstücke, die auf Vinyl veröffentlicht wurden, haben häufig ein engeres Stereopanorama und weniger Höhen im Vergleich zu einem digitalen Release. Klassik und Jazz werden in der Regel viel weniger komprimiert als EDM, Pop und Rock. Und ein Rock-Song aus den aktuellen Charts ist mit großer Wahrscheinlichkeit auch stärker komprimiert als ein Rock-Song aus den Charts der 80er Jahre (Stichwort „Loudness War“). Insofern wird ein Crossover-Mix, der Vinyl-Releases aus dem vergangenen Jahrhundert mit digitalen Neuveröffentlichungen kombiniert, wohl mehr Nachbearbeitung fordern als ein DJ-Mix mit dem Titel „Best of 2020 EDM“.

Unterm Strich solltest du dir bei der Beurteilung deines Mixes folgende zwei Kernfragen stellen:

2. Tipps für die Aufnahme

Grundsätzlich gilt: Je mehr du bereits beim Recording deiner Mixe richtig machst, desto weniger müssen diese anschließend nachbearbeitet werden:

3. Lautstärkeunterschiede

Höre die aufgenommene Session zunächst komplett durch und mache dir Notizen: Wo gibt es die größten Lautstärkeunterschiede? Wo sind die größten Unausgewogenheiten im Frequenzspektrum? Wenn du beim Durchhören die Lautstärke an deinem Player kaum manuell nachregeln musst, ist das ein gutes Zeichen: Wahrscheinlich sind nur minimale Korrekturen notwendig.

Hast du keine Zeit oder Geduld dafür, kannst du den Mix direkt in einen Audio-Editor laden und einen Blick auf die Wellenform werfen. Wir haben hierfür Logic Pro verwendet, das funktioniert aber genau so gut auch mit z.B. Ableton Live, Pro Tools oder Audacity. Lautstärke- bzw. Frequenzsprünge entstehen meist bei Übergängen von einem Track zum nächsten, selten jedoch solange ein einzelner Track läuft. Benutze die Wellenform, um die Übergänge ausfindig zu machen und um dir einen Überblick über den Lautstärkeverlauf zu verschaffen. Verlasse dich aber vor allen Dingen auf dein Gehör: Ein alter Vinyl-Release kann wesentlich leiser klingen als ein stark komprimiertes Audio-Signal; dennoch kann das Vinyl-Signal in der Wellenform die höheren Peaks enthalten!

Gepaart mit Alkohol, steigender Euphorie oder stumpfer werdendem Gehör ist ein typisches Merkmal vieler Mixe, dass sie zum Ende hin allmählich lauter werden. Oft werden gegen Ende auch die fetteren und stärker komprimierten Tunes ausgepackt. Dein Mix sollte nicht nur von Track zu Track, sondern auch im Gesamtverlauf, was die Lautstärke anbelangt, über ein gesundes Maß an Ausgewogenheit verfügen.

Lautstärkeunterschiede kannst du am besten mit einer Automation der Lautsärke ausgleichen. Die Korrekturen können entweder abrupt ausfallen (bei Cuts, wenn die Fader beim Auflegen sehr schnell bewegt wurden) oder allmählich (beim Mixing, wenn die Fader langsam bewegt wurden). Breakdowns eignen sich sehr gut, um unaufällig die Lautstärke über mehrere Sekunden hinweg leicht hoch oder runter zu fahren. Nach der Bearbeitung sollte dein Mix eine konsistente Lautstärke haben und die vorgenommenen Korrekturen sollten nicht auffallen.

Nehme Korrekturen nur vor, wenn die Lautstärkeunterschiede stark auffallen. Übertreibe es nicht und lasse deinen Mix auch ein wenig „atmen“!

4. Frequenzunterschiede

Auch größere Frequenzunterschiede im Mix kannst du mit Hilfe von Automationen ausgleichen. Wenn deine Tracklist ausschließlich aus modernen Releases aus dem gleichen Genre besteht, kannst du diesen Schritt wahrscheinlich überspringen. Insbesondere beim Mischen von Vinyl mit digitalen Tracks sind Unausgewogenheiten in den Höhen aber oft auffällig.

Ähnlich wie Lautstärkeunterschiede kannst du auch größere Unterschiede im Frequenzspektrum mit Hilfe einer Automation ausgleichen. Wir verwenden einen EQ mit einem High-Shelf-Filter, um die Höhen einer zugemischten Schallplatte zwischen zwei digitalen Tracks ein wenig zu boosten. Das Filter hat eine Grenzfrequenz von 5000 Hz und eine Flankensteilheit von 0.71. Die Automation erzeugen wir für den Gain-Parameter: An den Stellen, die verhältnismäßig zu dünn klingen, betonen wir die Höhen, indem wir den Gain-Parameter um ein paar dB nach oben bewegen.

Mit den Mitten und dem Bass kannst du ähnlich vorgehen, wobei Unausgewogenheiten hier noch seltener bzw. weniger auffällig sind.

Weiter geht es in Teil 02!

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