SOS Tutorial 249 Logic Pro X - Equalizer Überblick

Ziel

Equalizer gehören ohne Frage zu den wichtigsten Audio-Tools eines Tonstudios. Von der Bearbeitung einzelner Drum-Sounds bis hin zum Mastering kommen EQs in allen Bereichen einer Musikproduktion vor. In Logic Pro X stehen hierfür sieben Equalizer zur Verfügung, die sich hinsichtlich Klangcharakter, Handhabung und Funktionsumfang unterscheiden: Channel EQ, Linear Phase EQ, Match EQ, Single Band EQ und die drei Vintage-EQs Vintage Console EQ, Vintage Graphic EQ und Vintage Tube EQ.

In diesem Tutorial wollen wir euch einen Überblick zu den hauseigenen Equalizern von Logic Pro X geben.

Für die Grundlagen von Equalizern im Allgemeinen wollen wir euch SOS Tutorial 247 ans Herz legen. Die Equalizer von Ableton Live haben wir euch in SOS Tutorial 248 präsentiert.

1. Channel EQ

Bei Channel EQ und Linear Phase EQ handelt es sich um parametrische Equalizer bzw. Multiband-Equalizer. Parameter wie Frequenz, Bandbreite (Q-Faktor) und Pegel (Gain) kannst du mit diesen Equalizern individuell pro Band bestimmen. Der Channel EQ ist aufgrund der hohen Flexibilität der Standard-EQ für die meisten Logic-User. Von der Bearbeitung einzelner Audiosignale bis hin zum kompletten Mix ist mit diesem Werkzeug eine umfassende und präzise Klangbearbeitung möglich.

Zur Klangbearbeitung stehen beim Channel EQ acht Frequenzbänder zur Verfügung: Ein Low- und ein High-Pass-Filter, ein Low- und ein High-Shelving-Filter sowie vier flexible parametrische Peak-Filter.

Außerdem verfügt der Channel EQ über einen FFT-Analyzer (Fast-Fourier-Transformation), der die Veränderungen im Frequenzspektrum in Echtzeit grafisch darstellt.

Eine detaillierte Beschreibung aller Parameter von Channel EQ findest du im Benutzerhandbuch von Logic Pro X.

2. Linear Phase EQ

Was das Layout und die Parameter anbelangt, sind sich Channel EQ und Linear Phase EQ sehr ähnlich. Auch beim Linear Phase EQ stehen acht Bänder zur Verfügung, die individuell justiert werden können. Einstellungen können sogar untereinander ausgetauscht werden. Wenn du im Effekt-Slot einen Channel EQ durch einen Linear Phase EQ ersetzt (oder umgekehrt), werden die bestehenden Settings automatisch auf den neuen EQ übertragen.

Der Unterschied liegt in der Verarbeitung des Signals: Beim Linear Phase EQ bleibt die Phase des Input-Signals erhalten, jedoch auf Kosten höherer Latenz. Außerdem kann der Linear Phase EQ unter Umständen mehr CPU beanspruchen, selbst wenn nur wenige Bänder aktiviert sind. Für alle, die mehr über die Vor- und Nachteile von Linear Phase EQs wissen wollen, können wir diesen Artikel von FabFilter empfehlen: Der FabFilter-EQ lässt sich in drei verschiedenen Modi betreiben: Zero Latency, Natural Phase und Linear Phase.

Für die meisten Anwendungen kannst du ruhigen Gewissens auf den Channel EQ zurück greifen. Der Linear Phase EQ sollte dann zum Einsatz kommen, wenn eine Phasenkohärenz zwischen Input- und Output-Signal oder zwischen verschiedenen Spuren wichtig ist. Das ist beispielsweise bei Aufnahmen eines Instruments mit mehreren Mikrofonen der Fall. Der Einsatz des Channel EQs kann hier zu Phasenauslöschungen führen, die sich als unschöne Klangverfärbungen äußern können.

3. Match EQ

Mit dem Match EQ kannst du das Frequenzspektrum eines Input-Signals analysieren, als akustischen „Fingerabdruck“ speichern, und anschließend auf ein anderes Audiosignal anwenden. Dieser Vorgang wird auch als „Fingerprint EQ-ing“ bezeichnet. Das Spektrum des Quellsignals wird dabei mit dem Frequenzgang des aktuellen Signals verglichen. Basierend auf dem Unterschied beider Spektren wird dann eine Filterkurve erstellt, die den Klang des neuen Signals der Vorlage angleicht.

Du kannst den Match EQ verwenden, wenn du eine gewisse Homogenität zwischen verschiedenem Audiomaterial herstellen willst, z.B. um den Klang von Tracks anzugleichen, die alle auf dem gleichen Album erscheinen sollen. Ein anderes Anwendungsbeispiel ist die Übertragung des Klangcharakters einer fremden Aufnahme auf eigene Projekte.

Auch der Match EQ verfügt über einen Analyzer, mit dem du das Frequenzspektrum der Quelldatei und die Frequenzänderungen im EQ sehen und ggf. anpassen kannst.

Als Alternative zum Match EQ von Logic Pro können wir dir den Pro-Q von FabFilter empfehlen. Auch dieser Equalizer verfügt über eine Match-EQ-Funktion.

Mehr Informationen zu den Parametern von Match EQ findest du hier.

4. Single Band EQ

Der Single Band EQ verfügt im Vergleich zu den anderen Equalizern von Logic Pro über die wenigsten Klangparameter, ist jedoch auch am einfachsten in der Handhabung. Zur Klangbearbeitung steht lediglich ein einzelnes Band mit drei Parametern zur Verfügung: Frequenz, Gain (bei Shelf- und Parametric-Filtern) bzw. Slope (bei Low-Cut und High-Cut-Filtern) und Q-Faktor.

Du kannst zwischen folgenden EQ-Modi wählen:

  • Low Cut
  • Low Shelf
  • Parametric
  • High Shelf
  • High Cut

Weitere Informationen findest du hier.

5. Vintage Console EQ

Die Vintage EQ Collection setzt sich aus den Plug-ins Vintage Tube EQ, Vintage Graphic EQ und Vintage Console EQ zusammen. Die drei EQs basieren auf analogen Hardware-Equalizer aus den 1950ern, 60ern und 70ern.

Diese Equalizer kannst du verwenden, wenn du deinem Klangmaterial eine gewisse akustische Färbung, Sättigung und Wärme verleihen willst. Nicht die Handhabung und Kontrolle, sondern der Klangcharakter steht hier im Vordergrund. 

Alle drei Vintage-EQ-Plug-ins sind mit den gleichen primären Bedienelementen ausgestattet. Allerdings bietet jeder der drei Vintage-EQs noch eine Reihe an zusätzlichen eigenen EQ-Reglern.

Der Vintage Console EQ ist eine Emulation des EQ-Abschnitts eines Mischkonsolenkanals, der aufgrund seines ausgeprägten Klangcharakters zu Berühmtheit gelang. Welches Modell hier genau als Vorlage diente, gibt Apple nicht preis. Im Benutzerhandbuch von Logic Pro heißt es nur: „Das Originalkonsolenmodul wird von vielen Tontechnikern als Klassiker bezeichnet und wurde in den letzten 40 Jahren bei unzähligen Hits verwendet.“

Eine Übersicht zu den Steuerungselementen findest du hier.

6. Vintage Graphic EQ

Der Vintage Graphic EQ verwendet zehn Bänder, die jeweils in einem Bereich von +/- 12 dB vom Pegel her verstärkt oder abgesenkt werden können. Auch hier erfahren wir nur: „Der Vintage Graphic EQ basiert auf einem klassischen Mischkonsolenmodul.“ Laut einem Artikel von MusicTech sollen als Vorlage für die Vintage EQ Collection jedoch folgende Hardware-Equalizer gedient haben: Neve 1073, API 560, Pultec EQP-1A und MEQ-5.

Hier geht es zur Parameterübersicht des Vintage Graphic EQs.

7. Vintage Tube EQ

Der Vintage Tube EQ verbindet ein analoges Röhrendesign mit einem Shelving-Filter. Besonders häufig soll die Hardware-Vorlage beim Abmischen und Mastering zum Einsatz gekommen sein.

Dieses Plug-in ist vielleicht der komplexeste und am schwierigsten zu bedienende der sieben Logic Equalizer. Belohnt wirst du für den Mehraufwand – bei richtiger Anwendung – mit einzigartigen Klangfarben und einem gewissen Extra an musikalischer Qualität deiner Produktionen.

Weiterführende Infos zum Vintage Tube EQ findest du hier.

Copyright 2020 – www.schoolofsound.ch

20/09/2020

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